Sklavenhaus Crispus

Sklavenhaus Crispus

Sonntag, 14. September 2014

Schutt und Asche




Jeden Tag steht geht sie hin, steht zwischen Steinen, Sandhaufen, Holzbalken und sonstigem Baumaterial herum. Wahrscheinlich ist sie es, welche dafür sorgt, dass es langsamer voran geht, da sie ständig was zu nörgeln hat, hier wollte sie ein grösseres Fenster und dort gar keines.
Immerhin hatte man mit dem Wiederaufbau des Ludus angefangen.
Es waren einige unbeschwerte Tage im Landhaus gewesen. Sie hatten einige Gäste dort, haben gefeiert, das Leben in vollen Zügen genossen.
Währenddessen allerdings haben die Priesterkönige wohl Victoria verlassen, vielleicht konnten sie es nicht mehr ertragen, was sie dort täglich sehen mussten.
Auf dem Weg zurück nach Victoria hörte sie schon davon, hörte, dass es einen Aufstand gab, viele Tote, doch dass die Aufständischen ihren Ludus nicht verschont hatten, das glaubt sie erst, als sie dort steht, inmitten dem Schutt, dem Staub, der Asche.
Es gibt nicht viel, was Lucia erschüttern kann, die Trennung von Gaius war ärgerlich, doch sie waren beide so wütend aufeinander, sie ist es immer noch, doch das haut eine Lucia nicht aus den Latschen, schliesslich kam sie ziemlich gut weg bei der Geschichte, da er ihr Landhaus und Ludus überlassen hatte. Den Ludus, welcher nun nur noch ein Haufen Steine, verbrannter Balken war, aus dem hier und dort noch Rauch steigt.
Nach anfänglicher Fassunglosigkeit und einigen Tagen in Schockstarre im Haus ihrer Mutter krempelt sie die Ärmel hoch, geht Pavidus ziemlich auf die Nerven, damit der Ludus schnell wieder aufgebaut wird.
Und da war Titus, dieser junge Schriftgelehrte, das angebliche Mündel ihrer Mutter, recht grün wohl noch hinter den Ohren. Sie weiss nicht so recht, wie sie mit ihm umgehen soll, ja, er ist ebenso wie sie ein Kind ihrer Mutter, und doch ist er nicht wie Illarion.
Illarion und sie haben den gleichen Vater, wachsen zusammen auf, haben sich gegenseitig verpetzt und beklaut und doch geliebt.
Titus trägt blau, er ist nicht wie sie, nicht wie Illarion, und Lucia befürchtet, dass er mehr sein Vater sein könnte.
Es ist eng im Haus ihrer Mutter, schliesslich mussten dort auch alle Gladiatoren und Sklavinnen des Ludus unterkommen, welche Lucia nun für die Baustelle abberufen hat.
Natürlich vermisst sie Gaius, denn dann würde der Ludus sicher schon morgen wieder aufgebaut sein, doch der ist in Rovere, weiss von all dem nichts und Lucia ist die Tochter ihrer Mutter, es wird nicht gejammert und nicht liegen geblieben, sondern das Kinn erhoben und weiter gegangen.
Irgendwas passiert oben an der Curia, Absperrungen, Wachen. Arreconius, ihr neuer Schwager hat etwas damit zu tun, erfährt sie. Gestern fand die Trauerfeier statt für die vielen Toten und Tasdron, dem Administrator, ja, den hat es auch erwischt.
Vieles muss nun neu geregelt werden, gestern eine Ratsversammlung.
Und da ist noch Lomerus, dieser zurückhaltende Medicus, welcher die letzten Tage versucht hat, das Chaos zu ordnen. Gut, dass er da ist.


Dienstag, 19. August 2014

Auktionismus



Aus dem Tagebuch des Gaius Crispus:

Sonntag Sklaven verscherbelt. Wunderbare Dramaturgie, alles dabei. Hatte eine ausgezeichnete Kette eingekauft für ne Tospit und ein Ei. Direkt vom Schiff, schön sortiert. Rotseidene, Topfsklavinnen, ne Exotin aus der Tahari, eine mit Schriftwissen, eine mit kaufmännischen Hintergrund und eine ganz neue. Erlaubte mir, dem Volk alles zu bieten: ferne Länder, dunkle Haut. Ein Hammerangebot ab 1 Kupfer - und zuletzt eine Kampfauktion um eine horrende Summe. Wunderbar spannend fürs Volk. Unterm Strich gleiche Gewinnspanne wie im Sklavenhaus - passiert in der Summe meist bei Auktionen. Bringen eigentlich nix außer Werbung und mir nen wunden Hals.

Vorher gabs noch nen Kämpfchen im Ludus, um die VIP-Kunden locker zu machen. Alles Verkaufstaktik. Schnaps und Wein aufs Haus. Wer Lust hatte, konnte sich mit den Gladiatoren messen. Lustiges Schauspiel - natürlich nur mit Holzschwertern, ist klar.

Anmerkungen:
- Termin für Kastenversammlung machen und als Kandidat für den Job als Quästor aufstellen lassen. Dillus kandidiert auch dafür -> Deal mit Baratheus machen: die sollen sich den Prätorenjob von Quintus schnappen und bekommen meine Zustimmung im Rat, wenn sie Dillus zurückpfeifen und dafür Zustimmung zum Quästorenjob für mich und damit für die Handelskaste geben.
- darüber mit Vega reden bei Gelegenheit und auch über Gefährtenvertrag Arreconius/Tiberia. Muss noch gepimpt werden, merkt nen Rotkastiger eh nicht. Bisschen mit Vega flirten und heiß machen. Springt bekanntlich gut drauf an. Evtl zusagen, sie im Gegenzug mal von zwei bis vier Gladiatoren… Besser als Silber. Auf Silber unterm Tisch springen die alle so zickig an. Albern.



Donnerstag, 7. August 2014

Der Puppenspieler



Lucia war gestern so damit beschäftigt zwischen Kerker, Ludus und Unterstadt herumzulaufen, dass sie keine Zeit hat, nein, gar nicht den Kopf frei hat, um überhaupt daran zu denken, ein paar schicke Fotos zu machen.

Mehrfach hat sie sich durch Haare raufen die Frisur zerstört und einerseits Gaius, Ihren Gefährten herbeigesehnt, da sie sich am Rande des für Fauen Möglichen bewegte, andererseits war sie froh, dass dieser sich nicht die Haare raufen musste, und wahrscheinlich mit dem Sklavenlieferanten ausserhalb der Stadt dem übermässigen Kalanagenuss fröhnte.

Doch war Eile geboten, und sie sieht sich gezwungen zu handeln.
Die Vorwürfe gegen den Verwalter der Hafenmeisterei,  Egil, der im Dienste des Ludus steht, waren sowas von an den Haaren herbeigezogen, dass gross auf seiner Stirn steht 'ich bin ein Bauernopfer', neben seinen Runen.
Entführung und Diebstahl wird ihm vorgeworfen, und man würde ihn so lange foltern, bis er sagen würde, was man hören will, und sicher war das weit entfernt davon, die Wahrheit zu sein.
Heimsteinlose sind da sehr gut für geeignet, da sie nicht auf den Schutz der Stadt hoffen konnten.
Und ob Vega, welche ihre Hilfe angeboten hatte, immerhin hat Egil für die Stadt gekämpft, rechtzeitig Erfolge haben würde, war zu bezweifeln. Das begriff Lucia spätestens jetzt, als sie Aedil Arreconius im Kerker aufsucht.
Aufreibende Wortgefechte werden sich geliefert, wobei Lucia ständig aufpassen muss, die Grenzen des für Frauen möglichen nicht zu überschreiten.
Ein fragenaufwerfendes Pergament gerät in Lucias Hände. Sie schickt zwei Wachen mit Gladiator Vedius und Sklavin 333 ins Landhaus vor den Mauern Victorias, um Tiberia schnellstmöglich zurück zu holen, spricht mit dem angehenden Baumeister Pavidus, welcher ihr in Sachen gestohlene Kette weiterhilft, und letztendlich ist Egil auch wieder ein freier Mann.
Doch was hat Araneus Schwester Anaya damit zu tun?
Und warum wurde das Ganze inszeniert?  Lucia qualmt der Kopf, doch am Ende das Tages hat der eigentliche Fädenzieher ein Gesicht.
Während Tiberia sich in ihren Kissen in den Schlaf weint, kann Lucia das mit einem zufriedenem Lächeln auf ihren Lippen.
Am Sonntag ist die Sitzung im Hohen Rat.
Lucia notiert neue Termine in Gaius Kalender. Tavernenabend mit Lucius, dem Baumeister, um das wieder gerade zu biegen, mit Arreconius sprechen, mit Tiberia sprechen, mit Fauna sprechen, mit Dillus sprechen, welcher Plakate an die Luduswand geklebt hat, und bei Lucia die gefährtenschaftlichen Wogen glätten :)



Mittwoch, 6. August 2014

Spindoctors in da Cripushouse

Beim Spenden im Tempel.
Tagebucheintrag von Gaius Crispus:

Habe heute wieder mal keine Ahnung, was ich tue und warum. Sekretariat in Gestalt von Lucia händigt mir die Termine des Tages aus, und mein Ziel ist wohl, sagt mir Lucia, dass Arreconius 1. Schwert wird und damit eine gute Partie für meine Schwester Tiberia. Dass ich außerdem eine Mehrheit besorge, um zu verhindern, dass sich Marcus Baratehus zum Administrator wählen lässt und Tasdron verdrängt, weswegen er eine Verbindung mit den Salutaris einging, um schon mal Stimmen der Grünen Kaste für sich zu haben.

Aha, sage ich und kapiere nur die Hälfte, aber wird schon richtig sein. ist halt so - als wichtiger Mann mit hunderttausend Ämtern und einem Großunternehmen bist du angewiesen auf dein Backoffice. habe ich selbst ja auch immer gesagt: Lenken kannst du nur, wenn du hinter irgendwem stehst.

Egal, jedenfalls renne ich zum Tempel, haue einen Sack Silber als Spende dahin und beklage das Elend in der Stadt, das Vermischen der Kasten, die Dekadenz und alles und versichere die Tradition zu den Alten Tugenden des Hauses Crispus und bitte den Wissenden, mit mir für Ordnung zu sorgen im Rat und Arreconius als 1. Schwert zu installieren. Der Wissende wird fuchsteufelswild über die Zustände, fuchtelt mit blauen Flämmchen in den Händen herum und guckt von schräg nach links. Jedenfalls ziehe ich ihn auf meine Seite, und er sagt noch, ich solle auf Lucia achten, die rieche lüstern. Kann gar nicht sein, sage ich, Lucia und lüstern? Niemals.


Beim Generieren von überflüssigem Ärger.

Aus irgendwelchen Gründen muss ich dann zu Lucius, dem Hausbauer. Für schönes Wetter sorgen und den auf meine Seite ziehen. Ich denke im Hinrennen noch „auf welche Seite und wofür?“, und dann sind wir schon drin. Pavidus ist auch da und erklärt irgendwas mit Latrinen in der Unterstadt. Ich überlege noch: Die Rote Kaste kümmert sich ums Kacken? Und erfahre kurz drauf von Lucius, dass sie eher Scheiße baut - und zwar in Form von Arreconius, ausgerechnet, der wohl Magistrate beschimpft und Lucius als Hampelmann. Inutitiv rede ich das runter, Lucia auch, ja der habe sicher den Mund voll gehabt und rede immer so undeutlich. Ehrenmann habe der bestimmt gesagt oder wen anders gemeint. Nee, meint Lucius, von wegen. Und weil er Arreconius ja nicht fordern könne, um seine Ehre wieder herzustellen, müsse der im Rat sich öffentlich entschuldigen. Sonst sei der nicht wählbar für den Job. Ein Ehrenmann in solcher hohen Funktion müsse auch zeigen können, dass er über den Dingen stehen könne.

Ja, klar, höre ich mich sagen und Lucia auch, wir reden mit dem. Und denke: Arreconius und sich öffentlich entschuldigen - eher werden die drei Monde viereckig oder der Vosk trocknet aus. Also ziehe ich die allerletzte Trumpfkarte, weil mir Lucia das noch geflüstert hatte, ich solle die ziehen - und sage: Ja, der Ludusumbau wäre ja auch noch und bestimmt lukrativ für dich, Lucius, ne. Wie der Wissende zuvor riecht Lucius aber was. Keine Lüsternheit, sondern Lunte. Und er so: So, Gespräch beendet, danke für den Besuch.

Vor die Tür gesetzt, frage ich mich: Ehm, was mache ich hier üebrhaupt? Dann wird mir dann so scheibchenweise klar, was ich da für einen Unfug angestellt habe den ganzen Abend lang und mache mein Backoffice in Form von Lucia frisch und raste Atemzug für Atemzug mehr und mehr aus: Was der Kack mit Lucius hier sollte und ich mich ohne Not lächerlich mache, weil im Rat sowieso Arreconius auf den Posten kommt und ich eigentlich gar keine Stimmen brauche und die Gelbe Kaste mich jetzt - ohne Not - für so einen korrupten Typen hält! Dass ich mich beim Wissenden unmöglich mache und über die Kastentreue doziere - und meine Schwester dann an Arreconius geben will! Und überhaupt!

Lucia sagt dann, jaaa, das ist doch alles, weil und deswegen und Aelius und Areneus und Baratheus und Salturais und Arreconius und Lomerus und Tasdron und Hotzenplotz und Hottentot, und mir schwirrt schon wieder die Birne. Also dampfe ich ab, mich abreagieren, ein paar Kampfsklaven im Ludus zusammenschlagen, die Egil festhalten soll.

Also ich muss ja sagen: Danach gehts mir immer besser.

Sonntag, 3. August 2014

Veränderungen




Es liegen grosse Veränderungen in der Luft über Victoria, man kann sie nicht greifen, doch man spürt es an jeder Strassenecke, jeder Gasse, in jedem Haus.
Und natürlich haben die Crispusse ihre Finger mit im Spiel, nicht umsonst nennt man sich nun das Erste Sklavenhaus der Stadt, und Gaius hat seinen ersehnten Sitz im Hohen Rat Victorias auch nicht aus Nächstenliebe bekommen.
Doch eine falsche Entscheidung, oder vielleicht aufs falsche Pferd gesetzt, kann wieder alles verändern.
Familie Crispus setzt bekanntermassen auf goreanische Werte, und daran orientiert sich ihre Handlungsweise, da sie diese erhalten wollen und alles andere zum Zusammenbruch der Gesellschaft führen würde.

Egil der Nordmann, seines Zeichens nun Verwalter der Hafenmeisterei, welche sich die Crispusse für Illarion, Lucias Bruder, wie auch immer ergattert haben, bringt so langsam Ordnung ins Chaos am Hafen mit Hilfe des eigens dafür eingestellten Kartographen Timaios.
Liegegebühren werden zu Gunsten der Stadt überarbeitet und es gibt schärfere Kontrollen bei der Wareneinfuhr.Tasdrons Kasse klingelt lauter und unter Gaius Aufsicht wird das Landhaus ausserhalb Victorias neu eingerichtet.





Bald schon wird man sich dort einige erholsame Tage gönnen können.

Doch zunächst steht eine opulente 'Weinprobe' mit Lucius, dem Baumeister und Gaius an. Kein Essen, da der Lucius, ebenfalls mit Sitz im Hohen Rat wohl das Gefühl hat, er würde zu verhungert aussehen, da ihm ständig Einladungen ins Haus flattern in letzter Zeit.
Auch die grosszügige Spende an den Tempel, welche Gaius dem Wissenden Serenus überreichen möchte, hat Lucia bereits in ein dunkelblaues Brokatsäckchen mit güldenen Verzierungen gesteckt. Ein goldenes C ziert die Front, nicht, dass Serenus da durcheinander kommt. Steht doch Serenus für die gleichen Werte wie Familie Crispus.

Gaius Schwester Tiberia hat es fast geschafft, die von ihr nicht so erwünschte Verbindung mit Araneus aus dem Hause Aelius zu umgehen. Dank dem ruhmreichen und mutigen Einsatz des Arreconius, als dieser mit der Flotte aus dem Hause Aelius den Vosk hinauf zog, ist aus dem einfachen Rarius ein Vielversprechender geworden, auf den man gerne setzt. Doch bis dahin muss noch einiges passieren. Und unerklärlicherweise hat die Rote Kaste Victorias bisher versäumt, Arreconius Verdienste angemessen zu würdigen, zu ehren.
Schliesslich kam man der vom Vosk aus drohenden Gefahr durch Piraten einen Schritt näher, denn gebannt ist sie noch nicht.
 Die geenterten Handelsschiffe des Tuchhändlers aus Cos Hortensius Basilius, führten nicht nur edles Tuch mit sich, sondern ganze Ladungen von Waffen, welche er für Lucius Longus, dem legendären Kopf der Voskpiraten Richtung Fina schmuggelte. Ein gefangener Rudersklave berichtete bei einem Verhör im Luduskeller davon.

Lucia führt viele Gespräche mit dem jüngst gewählten Volkstribun Lomerus, und ihre Mutter Fauna gewinnt an Leibesfülle. Bald würde man es nicht mehr übersehen können, und sich fragen, wer dafür verantwortlich ist, da Fauna derzeit ohne Gefährten ist. Fauna schien das alles nicht zu kümmern, da machte sich Lucia erheblich mehr Sorgen, weiss sie ja um Alles.


Fauna, Lucia und Gladiator Vedius beim Tratschen an der Strassenecke


Auch ist Markus Baratheus zurück aus Ar, doch alles ist anders, als Lucia zunächst angenommen hat, was sie sehr beunruhigt.
Für Lucias Geschmack völlig überstürzt holt er sich Betty Salutaris als Gefährtin ins Haus, hört Markus auf die falschen Leute? Lucia muss nun vorsichtiger sein, auch wenn sie ihre Zeit gern mit ihm verbringt, so war er doch unergründlich in seiner Person und Handlungsweise.

Mittwoch, 30. Juli 2014

Hafenszene mit Beinaheschlägerei: (von links) bei Crispus angestellter Schiffsheiler Lomerus, Porthos, der Lange, Brutus, der Schöne, Wachmann Egil vom Ludus Crispus, Aurora „von Sinnen“ Atticus und deren Sklavin Paniskalvin Kiku (mit auflackierten Häkeldeckchenmustern).


Die Crew der „Stolz von Schendi“ stellt sich als Mitarbeiter einer Import/Export-Handelsgesellschaft vor, wenn man sie fragt. Und ihr Schiff mit eben diesem Namen. Brutus, der Schöne, und Porthos, der Lange, gehören dazu. Auch Mick, den man „den Kloß“ nennt. Was nicht mit seinem Umfang zu tun hat. Er isst gern Klöße. Im Umfeld des Gesindels am Hafen und in den Tavernen der Unterstadt fallen die Burschen nicht weiter auf. Seemänner aller möglichen Städte treiben sich dort herum. Raue Burschen, die schnell aneinander geraten. Zum Beispiel mit ebenso rauen Burschen wie Egil aus dem Norden, dem Wachmann vom Ludus Crispus.

Die Crew der „Stolz von Schendi“ ist nach eigenem Bekunden besorgt um die Sicherheit auf dem Fluss - man hört von Kämpfen gegen Piraten, davon, dass Handelsschiffe gekapert wurden. Handelsschiffe mit fetter Beute für Victoria. Handelsschiffe, deren Ware natürlich für andere Empfänger bestimmt war. Empfänger, denen nicht gefällt, dass ihre Lieferung gestohlen wurde. Kunden von bestimmten Import/Export-Handelsgesellschaften, die sehr daran interessiert sind, ihre Ware zurückzuerhalten. Kunden, die dabei völlig legitim finden: Was mit dem Schwert in der Hand genommen wurde, darf man sich auch mit dem Schwert in der Hand zurückholen.

Aber bis dahin treiben sich lediglich einige weitere üble Burschen in der Unterstadt herum. Einige weitere unter Hunderten, die überhaupt nicht auffallen. Die dafür bezahlen, dass man die Fragen vergisst, die sie stellten - aus Güte, damit die Erben Begräbnisse bezahlen können, falls die Fragen doch nicht vergessen worden sind. Die bestimmte Türen am Kontor mit einem Kreidestrich markieren - weil sie sich zwar Luv und Lee merken können, aber ums Verrecken nicht links und rechts…

Samstag, 26. Juli 2014

Beunruhigende Neuigkeiten



Nun ist auch das letzte der sechs Schiffe der Flotte des Hauses Aelius unter dem Kommando des Rarius Arreconius im Hafen Victorias eingelaufen. Die Heiler haben alle Hände voll zu tun, in der Oberstadt, sowie auch in der Unterstadt. Reichlich Beute wurde gemacht, so heisst es und auch im Ludus füllten sich die Zellen.
Es stellt sich heraus, dass einer der gefangenen Rudersklaven etwas wusste, nachdem sich Luduswachmann Egil  mit ihm in Egilmanier 'unterhalten' hatte. Lucia schickte sofort eine Sklavin los, um Arreconius zu holen, welcher das Verhör nun fortführen sollte.


Araneus, Arreconius und Egil beim Befragen des namenlosen Sklaven

Arrec kommt mit Araneus in den Ludus und Lucia durfte mit anhören, dass die Dinge ganz anders liegen, als gedacht. Waffenschmuggel und es fällt ein Name. Lucius Longus. Viel hat man gehört von diesem berühmt berüchtigten Kopf der Voskpiraten, gruselige Geschichten, seine Seele soll so dunkel sein, wie seine Haut.

Auch Acca, die Tochter des Vogelhändlers hat in ihrer Kindheit schon Geschichten über den legendären Lucius Longus erzählt bekommen. Sie besucht mit ihrer Schwester Nell den Ludus, wollen eine Sklavin leihen
Lucia verspricht den beiden, da sie noch nichts Passendes für die beiden auf Lager hat, mit Sklavinnen auszuhelfen.

Vogelhändlertöchter Acca, Nell und Lucia 


Endlich kommt auch eine Sklavenlieferung wieder an am Hafen von Victoria.  Der Ludus hat einige Anfragen und Lucia schickt Nummer 334 sofort zum Baumeister Lucius, welcher sie schon länger um eine Topfsklavin bat. Sklavin 334 ist zwar keine, aber in ihren Papieren war der Vermerk beim Kleingedruckten, dass sie auch ein bischen  kochen kann. Zudem war sie hübsch, gut gebaut und hatte auch ansonsten gute Referenzen.
Sicher würde das den Baumeister Lucius über die doch mangelnden Kochkenntnisse hinwegsehen lassen. Lucia weiss ja nun, dass dieser nicht so genau hinsieht beim Sklavenkauf, immerhin hatte Lucius zum Ärger des Ludus statt bei ihnen mit vorzüglicher Beratung und zu angemessenen und fairen Preisen, eine Sklavin an der Strassenecke unter der Hand gekauft. Auf dem Schwarzmarkt, wie Lucia vermutet und sicher auch noch unverzollt und viel zu teuer. Aber das kennt man ja bereits von diesen Spontankäufen an Strassenecken oder in Tavernen.


Sklavin 334


Dienstag, 22. Juli 2014

Kämpfe auf dem Vosk

Aus dem Tagebuch des Gaius Crispus:

Gestern am Hafen gewesen, Flotte verabschiedet. Musste mich natürlich blicken lassen, ohne Crispus' Rudersklaven würden die nicht mal aus dem Hafen kommen. Habe mich wegen Pavidus gefreut, der auch mit in den Kampf zieht. Habe ihn in der Arena zum Helden gemacht, zum Liebling der Massen, ihm seinen Lebenstraum ermöglicht. Sollte er besser nicht vergessen, wenn er im Triumphzug heimkommt. Sowieso hat Crispus das alles in der Arena vorweg genommen, Victorias Kampf gegen die Voskpiraten. Merkt sich das Volk bestimmt, großartig.

Freue mich schon auf kistenweise neue Gladiatoren, Piraten sind sicher kampferprobt. Gutes Arenamaterial. Egil will mir ein paar Schädel mitbringen. Zum draus trinken, wer weiß, wird vielleicht neue Mode in Victoria. Dennoch beneide ich die Rari. Nichts gegen die Arena, aber sie hat ihre eigenen Gesetze. Für den Heimstein in die Schlacht zu ziehen, ist voller Ehre, aber was soll ich da? Mir fällt ja beim Essen schon das Messer runter.

Aber es muss herrlich sein. Arena hoch Hundert. Der liebreizende Gesang der sterbenden Feinde. Das Schmatzen der Sandalen in Pfützen voller Feindesblut. Das Jammern und Heulen der Sklaventreks. Der Duft einer brennenden Stadt am Morgen. Habe Egil gefragt, ob das stimmt, dass sie manchmal Leute vor den Rammbock binden, damit dessen Geschrei die feindlichen Schiffsleute verwirrt. Ist wohl so, sagt er, und man würde denen auch mal brennende Pfeile in die Augen rammen. Aber nur nachts, sonst würde das ja nichts nutzen. Stimmt natürlich.

Notiz: Über nächtliche Spiele nachdenken, Straftäter mit Brandpfeilen beschießen oder mit Thalarionöl tränken und dann beschießen lassen, sicher hübsche optische Effekte im dunklen, wenn die herumlaufen. Könnte neue Mode werden… Macht noch keiner!

Montag, 21. Juli 2014

Ein ganz normaler Tag?





Haussklavin Gelasia mit Wachmann und Söldner Vicar und Sklave Shador halten Plausch vor dem Ludus.


Vor dem Ludus


Ludusbuchhalter Colmar bringt eine Sklavin, Feder mit zur Unterstützung. Es gibt mehr zu tun, seit Gaius nun einen Stuhl im hohen Rat hat und dem Neuerwerb der Hafenmeisterei, und noch sucht man nach einem zweiten Buchhalter.

Alle Gladiatoren wurden auf die Schiffe gesandt, im Ludus eine verwaiste Arena.

Lucia vermisst das allmorgendliche Holzschwertklappern

Lucia trifft Hausheiler und Volkstribunkandidat Lomerus in einer ruhigen Gasse, er stellt eine verwirrende Frage über Gaius. Lucia äussert ihren Verdacht, dass ihr Gefährte irgendwo eine Liebschaft hat.

Gaius und Tiberias älterer Bruder Brutus trifft aus Rovere ein, um hier nach dem Rechten zu sehen.

Brutus mit Schwester Tiberia bei der Hausführung

Lucia entscheidet, dass Gaius neues Mündel Callista zunächst in ihrem Haus bleiben kann, es werden eine Wache und eine Sklavin abbestellt auf Kosten des Hauses Avonicus.

Noch immer wartet Lucia auf eine Antwort von Aurora Attica, welche sie eingeladen hat. Doch im Hause Atticus scheint man noch um Sergius zu trauern und andere Sorgen bezüglich der Bestattung zu haben.


Samstag, 19. Juli 2014

Die Crispusse und die Säulen



Gaius hat nun endlich den Sitz im Hohen Rat. Was Lucia alles dafür getan hat, möchte ich gar nicht hier niederschreiben.
Ihr Gespräch mit Tasdron vor der Ratssitzung, möge er noch lange Victoria erhalten bleiben, wenn es nach Lucia geht, hatte die gewünschten Ergebnisse.
 Mit feinen Goldverzierungen bestickte Brokatsäckchen voller Gold hatten den Besitzer gewechselt. Da soll nochmal einer sagen, nur die hohen Kasten hätten Macht. Nein, die Macht haben bekanntlich die, die das Gold haben. Gaius und Lucia hatten ihren Etappensieg, Dank Tasdron, dem Ewigen.
Nun haben sie die Hafenmeisterei, und man sucht nun einen Schreiber, da der dafür eingesetzte Verwalter Egil des Lesens und Schreibens nicht mächtig ist. Doch auch daran würde Lucia hartnäckig arbeiten, immerhin hat er sich bereits von seiner Bürste auf dem nordischen Schädel verabschiedet und trägt auch immer öfter feineren Zwirn. Wenn Illarion, Lucias Bruder zurückkehrt würde dieser die Hafenmeisterei übernehmen. Lucia hatte sich erlaubt den einstigen Traum ihres geliebten Bruders, auch wenn die Bande zerbrochen waren, zu erfüllen.
Überraschenderweise wurde Gaius die Vormundschaft über Callista, der Tochter des ehemaligen Kastenersten der Händler, welcher vermisst wird, übertragen.
 Gaius ist ja nun Kastenerster und die Kaste kümmert sich nun mal um verwaiste Töchter, auch wenn es Callista nicht passte, für Familie Crispus bedeutet das auch wieder zusätzliche Verantwortung. Gaius würde dann entscheiden, ob sie im Ludus leben würde, oder aber doch ihr Erbe selbst verwalten kann.
Von der neu eingeführten Steuer, welche für den Einsatz der Roten Kaste gegen die Voskpiraten vorgesehen ist, bleibt der Ludus verschont, da man alle männlichen Sklaven als Rudersklaven für die Schiffe benötigt. Und das waren nun mal nicht wenige und eine grosser Einkommenszweig des Ludus, welcher für eine Weile wegfallen würde. Verdient der Ludus ja gut an den Kämpfen und Wetteinsätzen.
Beeindruckt hat Lucia der Wissende Serenus bei der Ratssitzung, Einer der Wenigen, der wie Familie Crispus auch, die drei Grundpfeiler Gors respektiert und vertritt.
Abgesehen von der Keuschheit und den gelockerten Bedingen für Sklaven hält Familie Crispus streng an Traditionen und Werten fest, was des öfteren zu Unverständnis bei weniger traditionellen Mitmenschen führt.

Der Heimstein ist nicht nur ein Stein, er bedeutet, zu Hause, Territorium, Seele, Traditionen und Sicherheit: Es gibt nicht wirklich Worte, um die Bedeutung des Heimsteins für einen Goreaner zu beschreiben.  „Ein Palast ohne Heimstein ist eine Hütte, eine Hütte mit einem Heimstein ist ein Palast.“ (In Sklavenketten auf GOR, S. 142)
Und so tut das Haus Crispus auch alles dafür, um den Heimstein und Victoria zu schützen, schützen sie ja ihr eigenes Heim, und reagieren mit Unverständnis, wenn manch anderer nicht so patriotisch denkt und handelt.
So verhält es sich auch mit den Kasten, man hält nicht viel davon, wenn Kasten untereinander gemischt werden, und wenn man es dennoch tut, dann sieht man zu, dass man in eine höhere aufsteigt.
Die Kaste definiert den Verhaltenskodex, liefert bestimmte Privilegien, begrenzt soziale Kontakte, bestimmt die Rangordnung innerhalb der goreanischen Gesellschaft und noch vieles andere.